Riegel vor den Römern: Wernet begleitet Ministerin Schopper zur Keltenfundstelle

Denkmalreise führt in den Landkreis Emmendingen – Frühkeltischer Grabgarten gibt neue Einblicke in die Geschichte des Oberrheins

Riegel am Kaiserstuhl. Riegel ist vor allem für seine römische Vergangenheit bekannt. Eine archäologische Grabung zeigt nun, dass die Geschichte des Ortes noch deutlich weiter zurückreicht. Bei ihrer Denkmalreise durch Baden-Württemberg besuchte Ministerin Theresa Schopper am 7. September einen frühkeltischen Grabgarten in Riegel. Begleitet wurde sie von der Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Emmendingen, Stefanie Wernet.

Die Anlage stammt aus dem 4. bis 2. Jahrhundert vor Christus und zählt zu den wenigen bekannten Grabgärten dieser Art im Oberrheingebiet. Im Rahmen eines deutsch-französischen Forschungsprojekts untersuchen Fachleute die Fundstelle und erhoffen sich neue Erkenntnisse über gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse bei den frühen Kelten. „Riegel kennen viele wegen seiner römischen Geschichte. Umso spannender ist es, dass wir hier noch einige Jahrhunderte weiter zurückblicken können“, sagte Wernet beim Besuch der Grabung. „Was hier freigelegt wird, gehört zur Geschichte unserer Heimat. Solche Funde zeigen, wie wichtig archäologische Forschung und Denkmalpflege auch für das Verständnis unserer eigenen Region sind.“ Besonders würdigte Wernet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei dem Forschungsprojekt. Der Oberrhein sei seit Jahrhunderten von Begegnung und Austausch geprägt. „Deutschland und Frankreich arbeiten hier ganz selbstverständlich zusammen. Das passt zu unserer Region. Gerade am Oberrhein erleben wir jeden Tag, dass Grenzen im Alltag, in der Wissenschaft und in der Zusammenarbeit immer weniger eine Rolle spielen“, so Wernet.

Die Abgeordnete begrüßte, dass die Denkmalreise der Ministerin in diesem Jahr auch in den Landkreis Emmendingen führte. Riegel sei mit seiner langen Siedlungsgeschichte und seinen archäologischen Fundstellen ein besonderer Ort für die Erforschung der Vergangenheit. „Geschichte wird besonders dann greifbar, wenn sie unmittelbar vor der eigenen Haustür stattfindet. Wer hier steht und sieht, was über mehr als zwei Jahrtausende im Boden erhalten geblieben ist, bekommt einen anderen Blick auf den eigenen Heimatort und auf unsere Region“, sagte Wernet. Zugleich dankte sie den Archäologinnen und Archäologen sowie allen an der Grabung beteiligten Fachleuten. „Hinter solchen Funden stehen sorgfältige wissenschaftliche Arbeit, Fachwissen und viel Geduld. Diese Arbeit verdient Anerkennung, weil sie Wissen sichert, das sonst unwiederbringlich verloren wäre.“

Die Denkmalreise 2026 steht unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Das Motto greift auch der bundesweite Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September 2026, auf.

12.09.2026