Tag des Handwerks: Dr. Yannick Bury und Stefanie Wernet im Gespräch mit Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer – Ausbildung, Betriebsnachfolge und weniger Bürokratie im Mittelpunkt

Elzach. Der Austausch über das Handwerk begann an diesem Samstag nicht im Sitzungssaal, sondern unterwegs im Elztal. Zum bundesweiten Tag des Handwerks führte die Kreishandwerkerschaft Emmendingen Vertreter aus Handwerk, Politik und Wirtschaft mit der Breisgau-S-Bahn von Denzlingen nach Elzach. Mit dabei waren der Bundestagsabgeordnete Dr. Yannick Bury und die Landtagsabgeordnete Stefanie Wernet. Gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Martin Schubnell, Christof Burger, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, sowie Vertretern der Innungen ging es um die Situation der Handwerksbetriebe in der Region und um die Frage, welche Rahmenbedingungen sie für die kommenden Jahre benötigen.
Die Kreishandwerkerschaft hatte für den Aktionstag bewusst ein Format gewählt, das Bewegung und Austausch miteinander verbindet. Während der Fahrt nach Elzach fand das Pressegespräch statt. Dort angekommen, stand bei der Firma Hubert Becherer Blechnerei und Haustechnik das Handwerk selbst im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Handwerk in Action – Ein Tag in Deinem Handwerk“ hatten Auszubildende, Gesellen und Meister aus Betrieben des Landkreises ihren Arbeitsalltag in kurzen Videos festgehalten. Die besten Beiträge wurden im Rahmen des Treffens ausgezeichnet. Der regionale Wettbewerb greift damit auf seine eigene Weise das bundesweite Motto des diesjährigen Tags des Handwerks auf: „Wir machen Karriere mit Gefühl“. Im Zentrum stehen 2026 vor allem berufliche Perspektiven für junge Menschen, Teamarbeit und die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten in den mehr als 130 Ausbildungsberufen des Handwerks.
„Gerade beim Handwerk zeigt sich, wie wichtig der unmittelbare Austausch vor Ort ist. Es geht um junge Menschen, die sich für eine Ausbildung entscheiden, um Meisterinnen und Meister, die Verantwortung übernehmen, und um Familienbetriebe, die überlegen, wie eine Nachfolge gelingen kann. Dahinter stehen ganz konkrete Arbeits- und Ausbildungsplätze bei uns in der Region“, so Wernet. Im Gespräch auf der Fahrt nach Elzach spielten deshalb neben der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung auch Betriebsnachfolgen und die bürokratische Belastung der Betriebe eine Rolle. Diese Themen hatte das baden-württembergische Handwerk bereits vor der Landtagswahl in seinem Forderungskatalog „26 für 26“ benannt. Gefordert wurden unter anderem weniger Berichts- und Dokumentationspflichten, einfachere digitale Verfahren, eine stärkere Berufsorientierung, Investitionen in die berufliche Bildung sowie bessere Bedingungen für Gründungen und Betriebsübergaben.
Mehrere dieser Anliegen finden sich im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode wieder. Vorgesehen sind unter anderem die dauerhafte Fortführung des Programms „Horizont Handwerk“, eine stärkere Unterstützung bei Unternehmensnachfolgen, der Ausbau der Berufsorientierung auch an Gymnasien und ein Modernisierungspakt für überbetriebliche Berufsbildungsstätten. Zudem soll der Meistergründungszuschuss verlängert und die Meisterprämie auf 3.000 Euro erhöht werden. Beim Bürokratieabbau sieht der Koalitionsvertrag ein Effizienzgesetz vor. Landesrechtliche Berichts-, Dokumentations- und Nachweispflichten sollen bis Ende 2027 auslaufen, sofern ihre Fortführung nicht ausdrücklich begründet wird. Hinzu kommen eine „One-in-two-out“-Regel, der Verzicht auf sogenanntes Gold-Plating sowie schnellere und stärker digitalisierte Verwaltungsverfahren für Unternehmen.
Wernet verwies in diesem Zusammenhang auch auf die handwerkspolitische Debatte im Landtag unmittelbar vor der Sommerpause. Auf Antrag der CDU-Fraktion hatte sich das Parlament am 22. Juli unter der Überschrift „Starkes Handwerk, starkes Land – Meister und Macher als Motor für unsere Wirtschaft“ mit der Situation des Handwerks befasst. „Für mich ist entscheidend, dass die vereinbarten Maßnahmen am Ende auch im Alltag der Betriebe ankommen“, sagte Wernet. „Ein Handwerksbetrieb braucht Zeit für seine Kunden, seine Mitarbeiter und seine Auszubildenden. Deshalb müssen wir bei Verfahren und Nachweisen einfacher werden und gleichzeitig die berufliche Bildung und die Betriebsnachfolge verlässlich unterstützen.“
Der Tag des Handwerks in Elzach machte zugleich sichtbar, worum es jenseits politischer Programme geht: um Menschen, die einen Beruf erlernen, einen Betrieb führen oder weitergeben und mit ihrer Arbeit unmittelbar in der Region verwurzelt sind. Der Videowettbewerb der Kreishandwerkerschaft gab ihnen dafür ganz bewusst selbst die Bühne – mit Einblicken direkt aus Werkstatt, Betrieb und Arbeitsalltag.
Foto: Dr. Yannick Bury MdB, Kreishandwerksmeister Martin Schubnell, Stefanie Wernet MdL
21.09.2026


