Wernet gratuliert BeneVit-Gründer Kaspar Pfister zur Wirtschaftsmedaille

„Bewährte Pflegekonzepte müssen den Weg in die Regelversorgung finden“

Emmendingen/Wyhl am Kaiserstuhl. Die CDU-Landtagsabgeordnete Stefanie Wernet gratuliert dem Gründer und Inhaber der BeneVit Gruppe, Kaspar Pfister, zur Verleihung der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut überreichte ihm die Auszeichnung am 2. Oktober im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums der BeneVit Gruppe in Burladingen. Das Land würdigt damit sein unternehmerisches Lebenswerk und seine Verdienste um die baden-württembergische Wirtschaft.

„Ich gratuliere Kaspar Pfister sehr herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung. Er hat nicht nur ein Unternehmen mit heute rund 2.000 Beschäftigten aufgebaut, sondern über viele Jahre immer wieder die Frage gestellt, wie Pflege menschlich, selbstbestimmt und zugleich zukunftsfähig gestaltet werden kann. Dafür braucht es unternehmerischen Mut und die Bereitschaft, neue Wege auch tatsächlich in der Praxis zu gehen“, sagt Wernet. Einen unmittelbaren Bezug zum Landkreis Emmendingen hat BeneVit mit dem Haus Rheinaue in Wyhl am Kaiserstuhl und dem Haus Breisgau in Reute. Beide Einrichtungen hat Wernet bereits persönlich besucht und sich dort mit Verantwortlichen, Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohnern ausgetauscht.

Eine besondere Rolle nimmt für die Abgeordnete das Haus Rheinaue in Wyhl am Kaiserstuhl ein. Dort wird seit 2016 das sogenannte „stambulante“ Pflegekonzept praktisch erprobt. Es verbindet Elemente der ambulanten und stationären Pflege. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben in kleinen Hausgemeinschaften und können sich – entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten – weiterhin am Alltag beteiligen. Das Modell wurde über Jahre wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt. „Gerade in Wyhl am Kaiserstuhl kann man sehen, was es bedeutet, wenn neue Ideen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern über viele Jahre im Alltag erprobt werden“, betont Wernet. „Pflegebedürftigkeit darf nicht automatisch bedeuten, dass Menschen Selbstständigkeit und Mitgestaltung verlieren. Dort, wo Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin am gemeinsamen Alltag teilnehmen können, sollten wir solche Ansätze ernst nehmen und aus den Erfahrungen lernen.“

Für Wernet gehört deshalb zur Würdigung des unternehmerischen Engagements auch die politische Frage, wie bewährte Pflegekonzepte künftig verlässlich umgesetzt werden können. Mit den neuen bundesrechtlichen Regelungen für die pflegerische Versorgung in gemeinschaftlichen Wohnformen wurde ein wichtiger Schritt gemacht. Entscheidend werde nun sein, dass daraus auch praxistaugliche und verlässliche Rahmenbedingungen entstehen. „Wissenschaftlich begleitete und über viele Jahre erfolgreich erprobte Modelle dürfen nicht dauerhaft im Modellstatus hängen bleiben“, sagt Wernet. „Jetzt kommt es darauf an, die gesetzlichen Möglichkeiten so auszugestalten, dass sie auch tatsächlich genutzt werden können. Pflegeeinrichtungen brauchen Planungssicherheit, wenn sie investieren und neue Versorgungskonzepte umsetzen sollen.“ Dabei gehe es nicht darum, ein einzelnes Modell für alle Einrichtungen vorzuschreiben. „Wir brauchen unterschiedliche Angebote, weil auch die Bedürfnisse älterer und pflegebedürftiger Menschen unterschiedlich sind. Entscheidend ist, dass gute Ideen eine faire Chance bekommen und dass Qualität, Selbstbestimmung und eine verlässliche Versorgung im Mittelpunkt stehen“, so Wernet.

Von großer Bedeutung seien zugleich die Beschäftigten in der Pflege. Gute Konzepte könnten nur funktionieren, wenn qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie täglich mit Leben füllten. Deshalb seien Ausbildung, Fachkräftegewinnung und gute Arbeitsbedingungen ebenso entscheidend wie neue Versorgungsformen.

Zum Jubiläum und zur Auszeichnung richtet Wernet abschließend ihren Dank an Kaspar Pfister und die Beschäftigten der BeneVit Gruppe: „Die Wirtschaftsmedaille ist eine besondere Anerkennung für unternehmerische Leistung und für den Mut, bestehende Strukturen immer wieder zu hinterfragen. Ich freue mich, dass ein Teil dieser Entwicklung bei uns im Landkreis Emmendingen sichtbar und erlebbar ist. Kaspar Pfister und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gratuliere ich herzlich zu 20 Jahren BeneVit und wünsche ihnen für die kommenden Jahre weiterhin viel Erfolg.“

Bild: Kaspar Pfister und Stefanie Wernet 

06.10.2026