Wernet: „Zehn Jahre Erprobung müssen reichen – jetzt braucht das Stambulant-Modell eine verlässliche Perspektive“

CDU-Landtagsabgeordnete unterstützt Fast-Track-Initiative für bewährte Pflegekonzepte,  Modell aus Wyhl am Kaiserstuhl im Mittelpunkt

Die CDU-Landtagsabgeordnete Stefanie Wernet unterstützt den Vorstoß mehrerer baden-württembergischer CDU-Bundestagsabgeordneter, wissenschaftlich positiv evaluierte und bereits erfolgreich erprobte Pflegekonzepte schneller in eine dauerhafte Versorgung zu überführen. 

Gemeinsam mit weiteren Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion hat sie sich deshalb an Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand gewandt und um Unterstützung der Initiative auf Bundesebene gebeten. Im Mittelpunkt steht dabei auch das Pflegekonzept Stambulant der BeneVit-Gruppe, das seit 2016 im Haus Rheinaue in Wyhl am Kaiserstuhl praktisch umgesetzt wird. 

Das Konzept verbindet Elemente ambulanter und stationärer Versorgung und wurde mehrfach wissenschaftlich evaluiert. „Zehn Jahre Erprobung müssen reichen. Wenn ein Pflegekonzept über einen so langen Zeitraum in der Praxis erprobt und wissenschaftlich positiv begleitet worden ist, müssen wir alles daransetzen, ihm eine verlässliche Zukunftsperspektive zu eröffnen“, erklärt Wernet. „Gerade weil ich das Stambulant-Modell aus meinem Wahlkreis kenne, ist mir wichtig, dass aus erfolgreichen Modellprojekten irgendwann auch Regelstrukturen werden können.“

Auf Bundesebene haben sich CDU-Bundestagsabgeordnete, darunter Dr. Yannick Bury, Dr. Maria-Lena Weiss und Christoph Naser, dafür ausgesprochen, im weiteren Verfahren zum Pflegeneuordnungsgesetz ein sogenanntes Fast-Track-Verfahren vorzusehen.  Damit sollen Versorgungsmodelle, deren Qualität und Wirtschaftlichkeit wissenschaftlich positiv evaluiert wurden und die sich bereits praktisch bewährt haben, schneller umgesetzt werden können.

Diesen Vorstoß unterstützen nun auch Wernet und weitere Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion. In einem gemeinsamen Schreiben bitten sie Sozialminister Oliver Hildenbrand, sich ebenfalls für die Initiative einzusetzen. „Mein Bundestagskollege Dr. Yannick Bury setzt sich seit Jahren mit großem Nachdruck für eine Lösung für das Stambulant-Modell ein. 

Auch auf Landesebene ziehen wir an einem Strang. Das ist genau der richtige Weg. Erfahrungen aus unserem Wahlkreis aufnehmen, sie ins Land tragen und gemeinsam mit unseren Bundestagsabgeordneten dafür sorgen, dass sich auf Bundesebene etwas bewegt“, so Wernet.

Mit § 92c SGB XI hat der Bundesgesetzgeber inzwischen eine Grundlage für Verträge zur pflegerischen Versorgung in gemeinschaftlichen Wohnformen geschaffen. Die entsprechenden Empfehlungen zu Vertragsinhalten und Vertragsvoraussetzungen sollen spätestens bis zum 1. Januar 2027 beschlossen werden. Aus Sicht der CDU-Abgeordneten sollte parallel dazu geprüft werden, wie bereits langjährig erprobte und positiv evaluierte Versorgungsmodelle schneller eine dauerhafte Perspektive erhalten können.

Für Wernet geht es dabei ausdrücklich um mehr als einen einzelnen Träger: „Unsere Pflege steht vor gewaltigen Herausforderungen. Wir brauchen deshalb Offenheit für neue Versorgungsformen, die Qualität, Selbstbestimmung und einen verantwortungsvollen Einsatz unserer personellen und finanziellen Ressourcen miteinander verbinden. Innovation darf nicht zehn Jahre lang erfolgreich erprobt werden und anschließend an starren Strukturen scheitern.“

Die strikte Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung müsse deshalb weiter überwunden werden. „Pflege muss sich an den Menschen orientieren und nicht an überkommenen Sektorengrenzen. Wenn wir wissen, dass etwas funktioniert, sollten wir den Mut haben, daraus Konsequenzen zu ziehen.“

Wernet abschließend: „Wyhl hat beim Stambulant-Modell Pionierarbeit geleistet. Jetzt geht es darum, dieser Arbeit eine verlässliche Perspektive zu geben. Dafür setze ich mich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen in Stuttgart und Berlin ein.“

07.08.2026